Willkommen auf Kuschelparty-Saarland.devom Berühren zum Begreifen |
![]() |
Über mich Hintergrund Worum geht es? Regeln Termine Kontakt
Links |
Über die Bedeutung der Berührung
Schon von der achten
Schwangerschaftswoche an (der Mensch ist dann 2,5 cm groß)
entwickelt sich der Tastsinn als erster Sinn. Neurophysiologisch
gesehen sind Kontakt und Berührung von Anfang an Erfahrungen, die
Orientierung geben. Auf diesen Erfahrungen bauen alle späteren
Wahrnehmungen und Bewegungsprozesse auf. Damit wird nachvollziehbar,
dass der Tastsinn auch nach der Geburt noch eine bedeutsame Rolle
einnimmt. Indem Babys alles mit Händen und Mund erfühlen,
'begreifen' sie die Welt. Erst später wird auch der Hör-
und Sehsinn bedeutsam.
Die Haut ist das größte Sinnesorgan des Menschen. In ihr sitzen Millionen unterschiedlicher Sinnesrezeptoren, die dafür zuständig sind, dass äußere Reizinformationen (Druck, Temperatur, Streicheln) das Gehirn erreichen. Der Tastsinn ist übrigens der einzige Sinn, der sich nicht ausschalten lässt. Augen und Ohren kann sich der Mensch zuhalten, aber das Gesamtsystem der Rezeptoren ist immer aktiv.
Über die Haut aufgenommene Berührungsinformationen beeinflussen das subjektive Empfinden und werden emotional ‚getönt' - anders formuliert: vom Berühren zum Begreifen. Durch die Erfahrung eines erwünschten Streichelns werden im Blut Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin) abgebaut und sogenannte 'Glückshormone' (Endorphine, Serotonin) ausgeschüttet, was den Menschen in einen entspannten Zustand versetzt. Durch Berührung können Körpergrenzen erspürt werden und die Eigenwahrnehmung, das Körperschema wird erzeugt. Leichte, streichende Bewegungen können Gefühle wie Trost, Geborgenheit und Nähe vermitteln. Psychoanalytische Studien haben die prägende und zentrale Bedeutung des Körperkontakts für die psychische Entwicklung des Menschen dargestellt. Es gibt jedoch auch Menschen, bei denen allein der Gedanke an Berührung und Nähe gemischte Gefühle und Angst auslöst. Es kann geraume Zeit dauern, bis sie dazu bereit sind, neue und einfühlsame Berührungserfahrungen zuzulassen. Die Kuschelparty "vom Berühren zum Begreifen" bietet allerdings nicht den Rahmen diese Problematik aufzugreifen und therapeutisch aufzufangen.
Das im Kindesalter 'natürliche' Erleben von Berührung wird im Laufe der Entwicklung von der Umwelt mitgeformt. Familiäre, kulturelle, religiöse oder wissenschaftliche Vorstellungen, sowie Macht- und Herrschaftsverhältnisse überlagern das ursprüngliche Erleben und geben vor, welche Berührungen anerkannt oder tabuisiert sind. In der Werbung wird Berührung oft übertrieben und einseitig als Symbol der Sexualität vermittelt. Durch die Visualisierung der Welt und die akustische Reizüberflutung wurde der Tastsinn und das elementare Bedürfnis nach Berührung in den Hintergrund gedrängt. Zukunftsforscher stellten fest, dass in Industriegesellschaften in Zukunft die stärkere soziale Förderung von zwischenmenschlicher Berührung notwendig sein wird. Das soziale Bedürfnis nach Nähe und Zusammensein steigt allgemein an, was an dem sprunghaften Anwachsen von Selbsthilfegruppen und neuen Therapie- und Lernverfahren erkennbar wird. Die Kuschelparty "vom Berühren zum Begreifen" ist demnach eine notwendige Gegenreaktion auf die 'Entkörperlichung' in der Gesellschaft. |